DoTERRA in der Kritik: Zwischen hochwertigen ätherischen Ölen, Multi-Level-Marketing und fragwürdigen Gesundheitsversprechen

DoTERRA in der Kritik: Zwischen hochwertigen ätherischen Ölen, Multi-Level-Marketing und fragwürdigen Gesundheitsversprechen

Ätherische Öle erleben seit Jahren einen regelrechten Boom. Sie werden zur Entspannung, Aromatherapie oder als Bestandteil einer natürlichen Lebensweise eingesetzt. Einer der bekanntesten Anbieter weltweit ist doTERRA. Das Unternehmen wirbt mit außergewöhnlicher Reinheit, nachhaltigem Anbau und einer breiten Produktpalette. Gleichzeitig steht doTERRA jedoch immer wieder in der Kritik. Dabei geht es nicht nur um die Produkte selbst, sondern vor allem um das Geschäftsmodell und die Art der Vermarktung.

In diesem Beitrag werfen wir einen differenzierten Blick auf die wichtigsten Kritikpunkte.

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Was ist doTERRA?

doTERRA wurde 2008 in den USA gegründet und vertreibt ätherische Öle sowie Nahrungsergänzungsmittel, Hautpflegeprodukte und weitere Wellnessartikel. Das Unternehmen verkauft seine Produkte nicht über den klassischen Einzelhandel, sondern über ein Multi-Level-Marketing-System (MLM). Kunden können die Produkte kaufen oder selbst Vertriebspartner werden und Provisionen für Verkäufe sowie – je nach Vergütungsplan – für den Aufbau eines Vertriebsteams erhalten.

Genau dieses Geschäftsmodell ist der Ausgangspunkt vieler Diskussionen.

Kritikpunkt 1: Das Multi-Level-Marketing-System

Der wohl größte Kritikpunkt an doTERRA betrifft nicht die Qualität der Öle, sondern die Vertriebsstruktur.

Beim Multi-Level-Marketing werden Verkäufer dazu motiviert, nicht nur Produkte zu verkaufen, sondern auch weitere Vertriebspartner zu gewinnen. Je größer das eigene Team wird, desto höher können die Provisionszahlungen ausfallen.

Theoretisch bietet dieses Modell die Möglichkeit, ein eigenes Geschäft aufzubauen. In der Praxis zeigt sich jedoch bei vielen MLM-Unternehmen, dass nur ein kleiner Teil der Vertriebspartner nennenswerte Einnahmen erzielt. Die überwiegende Mehrheit verdient wenig oder gar nichts, insbesondere wenn Ausgaben für Produkte, Schulungen, Veranstaltungen oder Marketingmaterial berücksichtigt werden.

Kritiker bemängeln außerdem, dass häufig der Eindruck vermittelt wird, finanzielle Freiheit sei mit genügend Einsatz für nahezu jeden erreichbar. Tatsächlich hängt der wirtschaftliche Erfolg von vielen Faktoren ab und ist keineswegs garantiert.

Kritikpunkt 2: Hohe Preise

doTERRA positioniert seine Produkte im Premiumsegment.

Das Unternehmen begründet die höheren Preise unter anderem mit:

  • aufwendigen Qualitätskontrollen,

  • Rückverfolgbarkeit der Rohstoffe,

  • langfristigen Partnerschaften mit Erzeugern,

  • umfangreichen Laboranalysen.

Diese Maßnahmen können tatsächlich zusätzliche Kosten verursachen. Dennoch weisen Kritiker darauf hin, dass vergleichbare ätherische Öle anderer Hersteller teilweise deutlich günstiger erhältlich sind.

Ein weiterer Grund für die höheren Preise dürfte das MLM-Modell sein. Da mehrere Vertriebsebenen Provisionen erhalten können, werden diese Kosten letztlich über den Produktpreis mitfinanziert.

Kritikpunkt 3: Das Qualitätssiegel „CPTG“

doTERRA wirbt intensiv mit dem Begriff „Certified Pure Tested Grade“ (CPTG).

Viele Verbraucher nehmen an, dabei handele es sich um ein unabhängiges internationales Qualitätssiegel. Tatsächlich ist CPTG jedoch ein unternehmenseigener Markenbegriff. Es existiert keine unabhängige Zertifizierungsstelle, die diesen Standard vergibt.

Das bedeutet nicht automatisch, dass die Produkte minderwertig sind. Allerdings sollte man wissen, dass es sich um einen firmenintern definierten Qualitätsstandard handelt und nicht um ein neutrales Prüfsiegel.

Kritikpunkt 4: Gesundheitsversprechen

Ein besonders sensibler Bereich betrifft die Bewerbung der Produkte.

Einige unabhängige Vertriebspartner behaupten in sozialen Medien oder auf Informationsveranstaltungen, bestimmte ätherische Öle könnten Krankheiten behandeln oder sogar heilen. Genannt werden unter anderem:

  • Depressionen,

  • Krebs,

  • Diabetes,

  • ADHS,

  • Infektionen,

  • hormonelle Beschwerden.

Für viele dieser Aussagen gibt es keine belastbaren wissenschaftlichen Belege. Solche Behauptungen können Menschen dazu verleiten, notwendige medizinische Behandlungen hinauszuzögern oder ganz darauf zu verzichten.

Das Unternehmen selbst weist seine Vertriebspartner darauf hin, keine unzulässigen Heilversprechen zu machen. Dennoch werden immer wieder Fälle bekannt, in denen einzelne Berater solche Aussagen verbreiten.

Kritikpunkt 5: Wissenschaftliche Studien

Ätherische Öle sind keineswegs wirkungslos.

Für einige Anwendungen gibt es Hinweise auf positive Effekte, beispielsweise:

  • Entspannung,

  • Verbesserung des Wohlbefindens,

  • Unterstützung bei Stress,

  • angenehme Raumbeduftung.

Allerdings reicht die wissenschaftliche Evidenz für viele weitergehende gesundheitsbezogene Aussagen nicht aus.

Viele Studien weisen methodische Schwächen auf, umfassen nur kleine Teilnehmergruppen oder liefern widersprüchliche Ergebnisse. Deshalb empfehlen medizinische Fachgesellschaften, ätherische Öle eher als ergänzende Maßnahme und nicht als Ersatz für medizinische Therapien zu betrachten.

Kritikpunkt 6: Die Einnahmemöglichkeiten

Auf Social Media werden häufig Erfolgsgeschichten präsentiert:

  • Arbeiten von überall auf der Welt.

  • Passives Einkommen.

  • Finanzielle Freiheit.

  • Sechsstellige Umsätze.

Diese Beispiele existieren tatsächlich – sie repräsentieren jedoch meist nur einen kleinen Teil der Vertriebspartner.

Wie bei vielen MLM-Unternehmen erzielen die höchsten Ebenen häufig den größten Teil der Provisionen. Neue Vertriebspartner müssen sich dagegen oft zunächst einen Kundenstamm aufbauen und investieren Zeit sowie Geld in Schulungen und Eigenkäufe.

Wer mit einem schnellen oder sicheren Einkommen rechnet, könnte daher enttäuscht werden.

Kritikpunkt 7: Sozialer Druck

Mehrere ehemalige Vertriebspartner berichten von einem hohen Leistungsdruck innerhalb ihrer Teams.

Dazu gehören unter anderem:

  • regelmäßige Produktempfehlungen an Freunde und Familie,

  • permanentes Bewerben in sozialen Netzwerken,

  • Motivation zum Aufbau einer Downline,

  • Teilnahme an Veranstaltungen und Schulungen.

Nicht jeder empfindet dies als problematisch. Manche genießen die Gemeinschaft und die Möglichkeit zum Netzwerken. Das sind postive DoTerra Erfahrungen, Andere berichten jedoch davon, dass private Beziehungen unter dem ständigen Verkaufsdruck gelitten hätten.

Kritikpunkt 8: Nahrungsergänzungsmittel

Neben ätherischen Ölen verkauft doTERRA zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel.

Auch hier gilt: Nahrungsergänzungsmittel können in bestimmten Situationen sinnvoll sein, ersetzen jedoch keine ausgewogene Ernährung und sollten nicht mit Arzneimitteln verwechselt werden. Aussagen über gesundheitliche Wirkungen dürfen in vielen Ländern nur gemacht werden, wenn sie den jeweiligen gesetzlichen Vorgaben entsprechen.

Positive Aspekte von doTERRA

Eine ausgewogene Betrachtung sollte auch die positiven Seiten berücksichtigen.

Viele Kunden berichten von einer hohen Zufriedenheit mit den Düften und der Qualität der Öle. Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben in umfangreiche Qualitätskontrollen und arbeitet mit Erzeugern in verschiedenen Ländern zusammen. Zudem engagiert sich doTERRA nach eigenen Angaben in Programmen zur Förderung nachhaltiger Anbaumethoden und fairer Partnerschaften.

Diese Aspekte schließen die genannten Kritikpunkte jedoch nicht aus – sie betreffen unterschiedliche Bereiche des Unternehmens.

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Fazit

Die Kritik an doTERRA richtet sich überwiegend gegen das Multi-Level-Marketing-Modell, die hohen Produktpreise, die unternehmenseigene Vermarktung des CPTG-Standards sowie überzogene Gesundheitsversprechen einzelner Vertriebspartner.

Die Produkte selbst werden von vielen Anwendern geschätzt. Gleichzeitig sollten Verbraucher Werbeaussagen kritisch hinterfragen und zwischen persönlichen Erfahrungsberichten und wissenschaftlich belegten Erkenntnissen unterscheiden. Ätherische Öle können das Wohlbefinden unterstützen, sind jedoch kein Ersatz für eine medizinische Diagnose oder Behandlung.

Wer sich für doTERRA interessiert, sollte daher sowohl die Produktqualität als auch das Geschäftsmodell sorgfältig prüfen und eine informierte Entscheidung treffen.


ÜBER DEN AUTOR

Autor

Sascha Hönisch

Sascha ist Experte für Online-Marketing und Network-Marketing. Auf diesen Blog gibt er Tipps zum Thema Network Marketing und stellt seine MLM/Network-Marketing Firma vor, mit der schon sehr viele Menschen dauerhaft und seriös finanziell frei geworden sind.

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